Stierkampf
gelebte Deutsch-Spanische Freundschaft

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In einem dramatischen Appell hat sich die spanische Tierschutzorganisation ANDA, die ebenso wie der Deutsche Tierschutzbund der EUROGROUP for Animal Welfare in Brüssel angehört, an alle Spanien-Besucher gewandt und darum gebeten, bei ihrem Urlaub in Spanien auf keinen Fall eine Stierkampfarena zu besuchen und, falls ihr Reisebüro einen solchen Besuch im Pauschalangebot vorgesehen haben sollte, die hierfür reservierten Karten zurückzuweisen. Denn mit den Eintrittsgeldern finanzieren sie eine der übelsten Tierquälereien in Europa und halten so ein sonst vom Aussterben verurteiltes barbarisches Ritual weiterhin am Leben.

                                             

                                            

 

Es mag sein, dass einige Leute glauben, es sei eine folkloristische Attraktion oder eine artistische Darbietung. Wenn sie dann aber das Pferd, auf dem zuvor noch ein Torero saß, zu Boden fallen sehen, grauenhaft verletzt und den Stier voller Blut, wie wieder und wieder auf ihn eingestochen wird, bis er endlich stirbt, dann verlassen viele Touristen die Arena, oftmals weinend oder mit einem Gefühl der Übelkeit.
Spanische Zuschauer lachen sie aus und halten sie für zu sensibel oder weich, aber sie haben für ihre sehr teuren Eintrittskarten bereits bezahlt, und am nächsten Sonntag kommen neue Busladungen von Touristen, angelockt von Touristikunternehmen, Fremdenführern oder Hotelrezeptionen.

 

                                           
 

Die Stierkampf-Lobby ist sehr besorgt darüber, dass Spanier sich immer seltener das Spektakel anschauen, junge Leute fast überhaupt nicht. Daher machen sie vermehrt Werbung in der Touristikbranche. Es ist deprimierend, dass die Fremden, welche die Arena erschütternd verlassen angesichts der extremen Brutalität die sie gesehen haben, ein Geschäft unterstützt haben, das ganz von selbst zu Grunde ginge ohne Subventionen und die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern der Touristen.

Stierkampf ist kein kulturelles oder artistisches Spektakel. Stierkampf bedeutet, dass wunderschöne und zahme Tiere ausschließlich zu dem Zweck gezüchtet werden, sie zu quälen und auf sehr raffinierte Weise zu töten. Von den Sitzen mag es so aussehen, als sei das Tier wild und kraftvoll, als versuche es, sein Leben zu verteidigen und das seines Mörders zu nehmen. Ein aufmerksamer Beobachter kann jedoch sehen, dass das Tier nur zu fliehen versucht und ständig nach einem Ausweg schaut.

Neben den Lanzen und Pfeilen, die benutzt werden, um das Tier zu schwächen, werden in der Arena weitere Manipulationen vorgenommen, beispielsweise die schnelle Bewegung des Tuches dicht vor dem Stier, so dass dieser seinen Kopf hin und her bewegt und dabei den Schmerz seiner Wunden verstärkt und mehr Blut verliert. Der Stier ist nicht wirklich gefährlich, wenn er den Todesstoß erhält, nach oft bis zu 17 Versuchen mit dem Degen. Es ist alles Lug und Trug.

 

                                          
 

Schon vor dem Stierkampf muss der Stier noch andere Qualen erdulden, die von der Öffentlichkeit kaum gesehen werden. So werden grundsätzlich die Hörner bis auf die Nerven abgeschliffen, so dass der Stier sein Gefühl für Entfernung verliert und Schmerz empfindet, wann immer er etwas berührt. Es ist üblich, über das Trinkwasser Medikamente zu verabreichen, die zu Durchfall führen, um das Tier physisch zu schwächen. In anderen Fällen wird den Tieren Morphium injiziert. Vaseline wird ihnen in die Augen geschmiert, um die Sicht zu behindern, und wenn das Tier tatsächlich aggressiv aussieht, werden ihm vor dem Kampf 50Kg schwere Sandsäcke auf die Nierengegend geworfen. Wenn er andererseits zu zahm aussieht, stößt man ihm Nadeln in den Körper, manchmal in die Hoden oder in den After.